Baikalsee

Flora und Fauna am Baikalsee

Das Irkutsker Wissenschaftszentrum besitzt mit dem Limnologischen Institut der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie in Listvyanka ein Museum zur Flora und Fauna am Baikalsee. Dieses Museum ist für die Öffentlichkeit zugänglich.

Nur wenige Seen können solch eine hohe Artenvielfalt an Flora und Fauna vorweisen, wie der Baikalsee. Der Baikalsee besitzt eine einzigartige Flora und Fauna. Am und im Baikalsee gibt es ca. 1085 spezielle Pflanzen und es leben 1550 spezielle Arten und Variationen von Tieren dort. Mehr als 80 % dieser Pflanzen und Tiere sind endemisch, d. h. sie leben nur am oder im Baikalsee. Selbst noch in 1600 m Tiefe gibt es viele Arten dieser Tiere und Pflanzen. Die Flora und Fauna im Baikalsee hatte Zeit, sich an die neue Situation anzupassen, da der See langsam aber stetig tiefer wurde und noch wird.

Flora und Fauna (Igor Födorov, Moskau)

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Nur drei Robbenarten kommen weltweit im Süßwasser vor, eine davon, die Baikalrobbe oder Nerpa, gehört zur Flora und Fauna am Baikalsee und sie ist endemisch. Es gibt eine große Robbenkolonie auf den Uschkani Inseln. Das Betreten der Inseln ist strengstens verboten, selbst Schiffe dürfen sich diesen Inseln nicht nähern. Die Wassertemperatur des Sees ist sehr niedrig, zur wärmsten Zeit beträgt die Temperatur des Wassers an der Oberfläche nur 7 Grad. Da im kalten Wasser mehr Sauerstoff gelöst werden kann, als im warmen Wasser existieren hier viele endemische Fischarten. Es gibt z. B. eine Lachsart, den Omul und einen Fettfisch, den Golomyanka oder Baikalölfisch. Den Omul sieht man rund um den See auf den Märkten und es gibt ihn geräuchert zu kaufen. Bei Anglern am Baikalsee beliebt sind der schnell schwimmende Baikal Grayling und der Baikal Sturgeon. Auch diese Fische sind endemisch.

Der Reinheitsgrad des Wassers ist extrem hoch, da das Wasser auf natürliche Weise geklärt wird. Zur Flora und Fauna am Baikalsee gehören ca. 230 Arten Flohkrebse, die für die Sauberhaltung des Wassers zuständig sind. Diese Flohkrebse machen 90 % der Biomasse des Baikalsees aus. Am fleißigsten ist der Baikal-Epischura, er ist endemisch und ein winziger Krebs, der die kleinsten Bakterien und Algen vertilgt. Auf einem Quadratkilometer Wasserfläche leben teilweise bis zu drei Millionen dieser, nur anderthalb Millimeter großen, Krebse. Ein weiterer kleiner Krebs, der Makrohektopus, ein Seitenschwimmer, sorgt dafür, dass alles Organische, was die oberen Wasserschichten des Baikalsees verschmutzt, verschwindet. Die Einheimischen nennen diesen Krebs Jur. Er ernährt sich von toten Fischen, ertrunkenen Landwirbeltieren und toten Insekten. Wenn ein Mensch im Baikalsee ertrinkt, muss die Leiche innerhalb von sieben Tagen gefunden werden. Danach hat der Baikalsee mit seinen Selbstreinigungsprozessen sämtliche Spuren beseitigt.

Im Wassereinzugsgebiet des Baikalsees und zur Flora und Fauna gehören zahlreiche endemische Pflanzenarten. Die Marsch Diestel oder Cirsium palustre wurde hier an ihrer östlichsten Grenze gefunden. An der Küste des Sees stehen uralte Lärchen und Zedern mit seltsamen Kronen und Zweigen, deren Alter ca. 550 Jahre beträgt. Zur Flora und Fauna des Baikalsees gehören ca. 2000 Arten von Gefäßpflanzen. In den, den Baikalsee umgebenden, Naturparks leben u. a. Bäre, Wölfe, Hirsche und Luchse.

Der Grund des Baikalsees besitzt ein einzigartiges Ökosystem. Im Juli 2008 tauchten die Russen mit zwei kleinen Unterseebooten, die Mir-1 und Mir-2, in eine Tiefe von 1592 m, um den Boden des Baikalsees geologischen und biologischen Tests zu unterziehen.