Naturschutz

Baikalsee – Naturschutz

Seit ca. 1950 begann die Industrialisierung in der Umgebung des Baikalsees. Möglich wurde es durch die Transsibirische Eisenbahn, an deren Strecke durch Russland von West nach Ost auch Irkutsk liegt und die Baikal-Amur-Magistrale. Die Baikal-Amur-Magistrale liegt am nördlichen Ufer des Baikalsees und ist eine Bahnverbindung, die von Sibirien bis nach Ost-Russland geht und meistens parallel zur Transsibirischen Eisenbahn verläuft.

1966 baute man in Baikalsk und Selenginsk Papier- und Zellstofffabriken. Zusätzlich wurde der Baikalsee zunehmend stark befischt. Am Seeufer wurden die Städte immer größer. Die Abwässer der Städte und der Industrie wurden ungeklärt in den Baikalsee geleitet. Natürlich belastete die Industrie die Böden, das Seewasser und die Luft und an den Naturschutz dachte man noch nicht.

Zur Modernisierung der Papier- und Zellstofffabrik bei Baikalsk stellte die Weltbank einen Kredit in Höhe von ca. 23 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Der Kredit wurde zurück genommen, da die Umsetzung des Umbauplanes mangelhaft war. 2009 versprach der Gouverneur von Irkutsk, dass das Werk geschlossen wird. Bedroht wird das Landschaftsbild des Baikalsees auch durch den Kahlschlag der Wälder. Durch diesen Kahlschlag wird das Erscheinungsbild der Landschaft rund um den See stark verändert. Neureiche Russen bebauen das Ufer des Sees mit Ihren Datschas unter Umgehung der nationalen und regionalen Gesetze zum Landschafts- und Naturschutz. Deshalb wurden in der Baikal-Region viele Naturschutz Gebiete und Nationalparks eingerichtet, um die Zerstörung der Natur und der Landschaft in der Region zu verhindern.

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Rund um den Baikalsee gibt es drei Naturschutzgebiete:

  • das Barguizinsky-,
  • das Baikalo-Lensky-,
  • das Baikalsky Naturschutzgebiet.

In einem Naturschutzgebiet besteht der Naturschutz darin, die Landschaft in ihrem natürlichen Zustand zu erhalten. Es ist nicht erlaubt Naturschutzgebiete zu betreten oder zu durchqueren. Muss jemand zwingend ein Naturschutzgebiet betreten, ist es erforderlich eine schriftliche Erlaubnis zu beantragen.

Außerdem gibt es zwei Nationalparks:

  • den Pribaikalsky National Park
  • den Zabaikalsky National Park.

In einem Nationalpark werden die ökologischen, historischen und ästhetischen Werte geschützt. Der Park kann in verschiedene Zonen eingeteilt werden z. B. in Gebiete zum Naturschutz und Gebiete, die für Touristen zugänglich sind.

Zusätzlich wurden noch sechs Schutzgebiete oder Reservate unter Naturschutz gestellt und zwar:

  • das Frolikhinsky Reservat,
  • das Kabansky Reservat,
  • das Pribaikalsky Reservat,
  • das Stepnodvoretsky Reservat,
  • das Verkhneangarsky Reservat
  • das Enkhellutsky Reservat.

Rund um den Baikalsee wurde eine Schutzzone eingerichtet. Schutzgebiete werden zum Erhalt der Natur errichtet, zur Pflege und zum Erhalt der ökologische Balance.

Zum Betreten dieser Parks muss der Besucher eine Gebühr entrichten. Verantwortlich für die Naturschutzgebiete, National Parks und Reservate ist eine unabhängige Forschungsorganisation, das Baikalian Research Center. Ranger bewachen die Naturschutzgebiete und die Nationalparks.

Nachdem Präsident Putin an einer Konferenz mit Gouverneuren aus Sibirien teilnahm, stoppte er das umstrittene Pipelineprojekt der Firma Transneft. Es war ein großer Erfolg der engagierten russischen Bürgergesellschaft zum Naturschutz, die sich heftig gegen dieses Projekt zur Wehr setzte. Trotzdem muss noch viel zum Schutz der Baikal Region getan werden.

Im Baikalsee, in einer Tiefe von ca. 1100 m befindet sich ein Neutrinoteleskop. Zur Anlage gehören 192 Lichtsensoren, die zylinderartig angeordnet sind und zur Erforschung sogenannter Neutrinos, winzig kleiner Elementarteilchen, dienen. Es konnten bereits einige Neutrinos registriert werden.

Die Baikal Region wurde 1996 von der UNESCO zum Weltkulturerbe aufgenommen.